7.Biikefeuer Ultra

Ralf Schuster beim 7. Biikefeuer Ultra dem Sturm getrotzt

Die 7 ist meine Glückszahl. Darum wollte ich ,nachdem ich schon im letzten Jahr hier am Start war, auch beim 7. Biikefeuer Marathon dabei sein. Die Strecke zu Hamburger Hallig und zurück ist auch noch mit 7,7 Kilometer vermessen. So kommt man bei 6 Durchläufen mit 46,2 Kilometer auf einen Ultramarathon. Mein Glück machte dann komplett, dass ich dann auch noch die Startnummer 7 ergattern konnte. Damit war mein Glück dann aber schon ausgereizt. Richtig glücklich war ich dann erst wieder im Ziel. Davor standen aber erst noch die wohl schwierigsten 5 Laufstunden, die ich bisher erlebt hatte.

Ausgedacht hat sich das Ganze Christian Hottas , der mit weit über 2800 gelaufenen Marathons einsam die Weltrangliste anführt. Der Hamburger bietet für nur 15 Euro eine gute Verpflegung aus dem Auto heraus. Auch eine Medaille ist im Preis mit drin. Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt schon Mal. Wer hier auch einmal starten möchte, sollte das im nächsten Jahr tun. Danach macht diese Veranstaltung erst einmal Pause. Sonntag gingen dann 8 TeilnehmerInnen an den Start.

Am Starttag war ich morgens noch guter Dinge. Die Wettervorhersage hatte zwar Sturm voraus gesagt, es sollte aber bis zum Schluss relativ trocken bleiben. Ersteres trat dann auch ein, aber leider gab es zum Start um 14:30 gleich Regen, der auch an diesem Tag nicht mehr aufhören sollte. Das hatte auch gravierende Auswirkungen auf die Laufstrecke. Die Fuß/Radspur konnte über weite Strecken nicht genutzt werden. Sie war zum Teil überschwemmt und noch mit einer rutschigen Schlickschicht von der Sturmflut der Vorwoche bedeckt. So musste man sich die Auto spur mit den Fahrzeugen teilen. Das klappte mit gegenseitiger Rücksichtnahme aber sehr gut.

Die Geschichte meines Laufes ist schnell erzählt. Auf dem Hinweg musste man sich gegen den Sturm stemmen, der zum Start schon mit Stärke 8 über die Strecke fegte. Dadurch hielt auch die Regenbekleidung nicht lange stand. Binnen kürzester Zeit war ich komplett durchnässt. Die Temperatur von 5 Grad fühlte sich aber wie 1 Grad an. Jetzt hieß es, immer in Bewegung zu bleiben und nicht auszukühlen.
Auf der Hallig war dann der Wendepunkt, an den es durch zum Startpunkt ging. Hier schob der Sturm mächtig. Man musste sehr vorsichtig sein, um nicht zu stürzen. Zum Glück fühlte es sich aber etwas wärmer an.
So ging es Runde für Runde dahin. Nach jedem Durchlauf drehte der Wind noch mehr auch und der Regen wurde stärker.
Die letzte Runde war dann eine echte Herausforderung. Der Sturm hatte auf Stärke 10 zugelegt und die Dunkelheit brach herein. Allein das Anlegen der Stirnlampe stellte mich mit meinen Eisfingern vor echte Probleme. Zum Glück bekam ich es aber hin, ohne wäre bei totaler Dunkelheit kein laufen möglich gewesen. Und auf dem Hinweg konnte man auch nicht mehr von laufen reden. Immer wieder zwangen mich die mächtigen Böen zum gehen. Mit viel fluchen erreichte ich dann zum letzten Mal die Gaststätte auf der Hallig. Vor dem Rückweg hielt ich mich noch kurz beim Biikefeuer auf, um mich zu wärmen. Dann flog ich quasi die letzte Strecke, trotz einiger Rutschpassagen bis ins Ziel.

Nach 4:52:47 Std. hatte ich dieses Laufabenteuer für mich beendet. Und alle Gestarteten finishten auch !
Aber an Zahlen habe ich in diesem Moment nicht gedacht. Obwohl meine Zähne klapperten, durchströmte mich ein warmes Glücksgefühl. Ich habe es geschafft, den Schweinehund besiegt! Es war sehr hart, aber diesen Lauf werde ich noch lange in Erinnerung behalten.

Nächstes Jahr bin ich wieder hier am Start. Vielleicht bekomme ich dann ja das Kontrastprogramm. Einfach nur schönes Wetter. Würde mich auch freuen.

Bericht und Foto: Ralf Schuster

 

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