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18. Thüringen Ultra als Gruppenlauf

Am Samstag war es endlich wieder so weit. Der 18. Thüringen Ultra stand auf dem Laufplan. Dieses Laufevent ist eindeutig die Nummer 1 der beliebtesten Läufe von Birgit Jahn und Ralf Schuster aus dem Laufteam. Warum es auch hier über die Jahre einen Verlust an Startern gibt, ist ihnen ein Rätsel. Dieser Trend wurde aber durchbrochen. 280 Voranmeldungen können sich durchaus sehen lassen. 

Mit der Strecke kann man hier so richtig punkten. Die100 Kilometer Runde durch den Thüringer Wald ist mit circa 2200 Höhenmetern recht anspruchsvoll. Aber dafür bekommt man eine Menge für das Auge geboten. Über Wiesen und Felder führt der Kurs. Weite Teile liegen schattig im Wald. Immer wieder werden auch kleine Orte gestreift. Als einen Höhepunkt geht es sogar zweimal über den Rennsteig. Das Wahrzeichen der Region, der große Inselsberg, ist hier allgegenwärtig. Mal aus der Ferne zu bewundern, mal zum Greifen nah, drückt er dem Lauf seinen Stempel auf. Die Strecke ist außergewöhnlich gut markiert. Das gelbe U mit Pfeil weist zuverlässig den Weg. Manchmal gibt es bis zu 5 an jeder Abzweigung, wenn nötig kommt auch noch Flatterband zum Einsatz. Da hat der Veranstalter Lauffeuer Fröttstädt ganze Arbeit geleistet.

Das dieser kleine Verein diesen Lauf stemmen kann ist schon außergewöhnlich. Der Ort an sich hat nur etwa 450 Einwohner. Da gibt es nicht so viele, die hier nicht mit anpacken.
Allgemein ist die Akzeptanz für den Thüringen Ultra in der Bevölkerung sehr hoch. Das merkt man unterwegs immer wieder. Da gibt es immer mal wieder spontan Beifall. Auf den letzten 10 Kilometern stehen gleich einige private Verpflegungsstellen vor den Häusern.
Hinzu kommen 18 offizielle VPs, die überaus üppig bestückt sind. Selbst für die langsameren Starter ist noch alles vorhanden.
Die Herzlichkeit der Helfer ist außergewöhnlich. Alle sind freundlich, offen und sehr hilfsbereit. Ohne diese tolle Unterstützung würde es der eine oder andere es nicht ins Ziel schaffen.

Auch beim Preis ist der Thüringen Ultra ein echter Sieger. In der ersten Anmeldephase ist man mit 70 Euro dabei. Darin enthalten ist schon ein Finisher Shirt. Zusätzlich gibt es noch die Pastaparty, ein Getränk nach Wahl und eine Zielsuppe. Selbstverständlich sind im Start/Zielbereich auch Duschen aufgebaut und wer mag, kann hier auch Zelten oder mit dem Wohnmobil stehen.
Und das die Organisatoren etwas vom Laufen verstehen sieht man auch daran, dass man für den Lauf 3 Dropbags platzieren kann.
Etwas ganz besonderes bietet die Veranstaltung den Sammler unter den Ultramarthonis. Pro Teilnahme bekommt man einen Stern auf sein Finisher Shirt gedruckt. Das ist eine zusätzliche Motivation für alle. So bekommt der Spruch „nach den Sternen greifen“ eine neue Bedeutung. 

Für Birgit und Ralf sollte es heute aber noch eine neue Erfahrung geben. Sonst waren die Krayer hier meist allein unterwegs. Das war heute zum Glück ganz anders. Mit Melanie, Günter, Sven und Norman standen gleich einige Bekannte mit an der Startlinie. Man kennt und schätzt sich schon lange. Freundschaften sind entstanden. Und auch heute wurde es für alle 6 ein sehr besonderes Lauferlebnis. Die 100 Kilometer wurden zu einem Gruppenlauf. Das gute Laufwetter war natürlich sehr hilfreich. Temperaturen um die 20 Grad und vielen Wolken spielten den Startern in die Hände. Mit 11 Grad zum Start um 4 Uhr ging es dann los.
Zuerst völlig ungezwungen gemeinsam gestartet wuchs die Gemeinschaft von Kilometer zu Kilometer immer mehr zusammen. Der große Altersunterschied von über 30 Jahren störte überhaupt nicht. Man unterstützte sich gegenseitig und hatte viel Spaß. Und was unterwegs niemand aussprach, wurde am Ende Wirklichkeit. Nach etwa 15 Stunden und 27 Minuten lief man tatsächliche gemeinsam über die Ziellinie! Ein unglaubliches Gefühl, was die Sechs noch ein Stück näher zusammenrücken lässt. 

Im Ziel gab es dann einiges zu feiern. Allen voran Melanie, die ihren Geburtstag hier auf den Strecken im Thüringer Wald feierte. Zur Belohnung gab es für sie ein Ständchen im Ziel und obendrauf den Altersklassen Sieg in der W30. Geht da noch mehr? 
Für Norman war das heute sein erster 100er. Und das auf dieser schweren Strecke. Glückwunsch zu diesem Kampfgeist. Sven unterstützte seinen Lauffreund aus dem Sauerland dabei unermüdlich und lief gleichzeitig seinen ersten Stern mit nach Hause. Günter half der Gruppe mir seiner großen Erfahrung. Zur Belohnung gab es für ihn den 2. Stern. Birgit Jahn kämpfte sich schon zu ihrem 4. Stern nach schwieriger Vorbereitung. Für Ralf Schuster gab es sogar Stern Nummer 5 nach einem völlig verkorksten Laufjahr 2025. Diese Bilanz kann sich sportlichen wirklich sehen lassen. 

Im Ziel saßen die 6 dann noch bei einem Kaltgetränk zusammen und ließen den Tag Revue passieren. Das war für alle ein ganz besonderer Lauf und wird lange in Erinnerung bleiben. Man ging aber nicht auseinander, ohne sich für weitere Läufe zu verabreden.

Bericht und Foto : Ralf Schuster