Mauerweglauf Berlin mit großen Gefühlen
Berlin ist immer eine Reise wert heißt es im Volksmund. Und längst hat sich die Bundeshauptstadt auch einen Namen in Sachen Sport gemacht. Schon seit Jahren findet das Pokalfinale im Fussball im Olympiastadion statt. Im Laufsport ist der Berlin Marathon das Maß aller Dinge. Aber auch beim Ultralaufen setzt Berlin Maßstäbe.
Am 16/17. August fand wieder der Mauerweglauf statt. Der Ultralauf wird seit 2011 ausgetragen und ist wohl einer der bekanntesten und emotionalsten überhaupt. So besonders macht ihn vor allem der enge Bezug zur jüngeren deutschen Geschichte. Denn gelaufen wird entlang der früheren Grenze. 100 Meilen rund um das westliche Berlin, wo früher eine Mauer stand, sind jetzt hunderte Läuferinnen und Läufer aus aller Welt unterwegs. Sie setzen ein sportliches Zeichen der Erinnerung an die Teilung Berlins und ihre Opfer zwischen 1961 und 1989. Etwas ganz Besonderes sind die Finisher-Medaillen. Sie zeigen jedes Jahr das Bild eines der Menschen, der bei dem Versuch, Stacheldraht und Beton zu überwinden, ums Leben kamen.
In diesem Jahr war Birgit Jahn bereits zum dritten Mal dabei, wenn auch in besonderer Funktion. Sie läuft als Besenläuferin am Ende des Feldes. Hier konnte sie die StarterInnen dabei unterstützen und helfen, ein DNF zu vermeiden. Das kommt ihrem Naturell sehr entgegen. Denn sie ist eine sehr empathische Läuferin, die immer bemüht ist, ihre Freude am Laufen auch an andere weiterzugeben. Zahlreiche Einsätze als Brems- und Zugläuferin beweisen das eindrucksvoll.
Ähnlich tickt auch Claudia Maria. Genau wie Birgit verfügt sie auch über eine große Lauferfahrung. Darum bildeten sie das perfekte Duo für diese Aufgabe.
Das stellten sie auch in diesem Jahr wieder unter Beweis.
Bei Kilometer 129,6 um 4:48 Uhr starteten sie als letzte Besenläufer in die Berliner Nacht. Und schnell wurden ihre Fähigkeiten gebraucht. Immer wieder unterstützten und motivierten sie ihre Mitläufer und halfen so wieder einigen ins Ziel. Neben viel Dankbarkeit gab es für die Zwei dann auch die Finisher Medaille. Die wurde als schöne Erinnerung gerne mit nach Hause nach Essen genommen.
Bericht: Ralf Schuster
Foto: Birgit Jahn


